Führen unter Dauerdruck
Die Ergebnisse
Was als Ausnahme begann, ist Dauerzustand
Führungsarbeit hat sich in den Jahren der Permakrise grundlegend verändert. Auf die Pandemie folgten Lieferkettenkrisen, Energiepreisschocks, geopolitische Unsicherheit und eine Transformationsgeschwindigkeit, die anhaltend hoch ist. Aus einer Abfolge einzelner Krisen ist für viele Führungskräfte ein Dauerzustand geworden.
Führungskräfte berichten häufiger Termin- und Leistungsdruck als Beschäftigte ohne Führungsverantwortung und arbeiten häufiger an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. 71 % derer, die häufig an dieser Grenze arbeiten, berichten drei oder mehr psychosomatische Beschwerden.
Nur 40 % der Führungskräfte erhielten im vergangenen Jahr ein Coaching zu ihrer Führungsaufgabe. Nur 10 % der Beschäftigten sind emotional hoch gebunden, 77 % machen Dienst nach Vorschrift.
62 % der Führungskräfte denken über einen Wechsel nach, Rekordwert seit Beginn der Messung 2015.
Zwei von drei Top-Führungskräften geraten häufig an ihre Grenzen.
Befund 3
Die Führungskapazität bleibt ungesteuert.
Nur 12 Prozent sagen, ihr Unternehmen steuert die Leistungsfähigkeit seiner Führungsebene so bewusst wie andere wichtige Unternehmensressourcen. 45 Prozent befürchten berufliche Nachteile, wenn sie offen sagen, dass sie an ihrer Belastungsgrenze sind. Nur 28 Prozent haben Unterstützungsangebote ihres Unternehmens schon genutzt.
Hypothesen
Selbstauskünfte, Korrelationen, keine Kausalität.
Ob Routinen unter Druck halten, hängt nicht von der Höhe der Belastung ab (rho -0,01, KI [-0,18; 0,14]).
Wo es gezielte Angebote und eine bekannte Ansprechperson gibt, fühlen sich Führungskräfte sicherer, Belastung anzusprechen (rho 0,67 und 0,68, gemeinsam R² = 0,51, stärkster Zusammenhang der Studie).
Je höher die Belastung, desto häufiger leiden Entscheidungen und Zukunftsarbeit (rho 0,27 für Entscheidungen, 0,22 für Zukunftsarbeit).
Der Report
Kurzfassung
Frei zugänglich
Kernbefunde, der Begriff Führungskapazität, drei Hypothesen, Methodik und Abweichungen auf fünf Seiten.
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Alle Befunde ausführlich
Befunde mit Grafiken, Ansatzpunkte mit Begründung, alle 27 Fragen und Subgruppen. Vollfassung per E-Mail erhalten.
Methodik und Grenzen
Anonyme Online-Befragung auf mindbright.one vom 14.08. bis 25.09.2026, 27 geschlossene Fragen. 222 qualifizierte Antworten, davon 204 aus Deutschland und 185 aus der obersten Führungsebene (Geschäftsführung oder Vorstand 79, C-Level oder Geschäftsleitung 57, Bereichsleitung 49). Abteilungs- und Teamleitungen in Deutschland (19) sowie Antworten aus Österreich und der Schweiz (18) werden separat ausgewiesen und fließen nicht in die Kernaussagen ein. Die Antworten auf die optionale offene Frage werden in diesem Report nicht ausgewertet.
Präregistriert bei OSF am 19.08.2026: doi.org/10.17605/OSF.IO/KQA23. Hypothesen und Auswertungsplan sind dort hinterlegt.
Die Stichprobe ist nicht repräsentativ und wurde über persönliche Netzwerke und Multiplikatoren gewonnen, ohne Panel. Sie ist jünger als die oberste Führungsebene insgesamt (23 Prozent unter 35 Jahren) und stark vom Mittelstand geprägt (43 Prozent aus Unternehmen unter 250 Beschäftigten). Alle Angaben sind Selbstauskünfte. Die Zusammenhänge sind Korrelationen und erlauben keine Aussagen über Ursache und Wirkung. Die Items wurden eigens entwickelt und sind keine validierten Skalen.
Abweichungen von der Präregistrierung
(1) Die Feldphase endete per Stichtag am 25.09.2026 statt nach der registrierten Stop-Regel. Der Stichtag wurde vor jeder inhaltlichen Sichtung der Antworten festgelegt. (2) 30 Antworten vom 14. bis 18.08.2026 gingen vor der Registrierung ein und sind enthalten. 27 davon gehören zur obersten Führungsebene in Deutschland. Ohne sie gerechnet (n = 158) bleibt die Befundlage unverändert.
Für Medien
Frei zur redaktionellen Verwendung. Quelle: MindBright Research, mindbright.one/de/studie, online mit Link auf die Studie.
Häufige Fragen
MindBright Research, die empirische Publikationslinie von MindBright. Die Studie wird transparent von Maik Oliver Ludewig, Mag., initiiert und geleitet; Methodik, Fragebogen und Grenzen der Stichprobe werden vollständig offengelegt.



