Selbstwirksamkeit
Die Überzeugung, mit eigenem Handeln etwas bewirken zu können.
Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, eine Aufgabe oder Situation aus eigener Kraft bewältigen zu können. Sie beschreibt die eigene Einschätzung der Fähigkeit, nicht ihre tatsächliche Höhe. Diese Erwartung entscheidet mit darüber, ob Menschen eine Herausforderung angehen, wie lange sie durchhalten und wie sie Rückschläge deuten.
Zuletzt aktualisiert: 14.09.2026 · Redaktionell verantwortet von der MindBright Redaktion
Eine Erwartung an das eigene Können in einer konkreten Situation.
Kein allgemeines Selbstbewusstsein und kein Optimismus. Sie ist bereichsbezogen: hoch im Verhandeln, niedrig im Delegieren ist möglich.
Sie bestimmt, ob du beginnst, ob du dranbleibst und wie du Scheitern erklärst.
Herkunft und Forschung
Der Psychologe Albert Bandura führte den Begriff 1977 als Kern seiner sozial-kognitiven Theorie ein. Seine zentrale These: Menschen handeln nach ihrer Einschätzung der eigenen Fähigkeiten, und die weicht von den tatsächlichen oft ab. Vier Quellen speisen diese Einschätzung, in absteigender Wirkung: eigene Erfolgserfahrungen, das Beobachten anderer, Zuspruch von außen und die Deutung der eigenen körperlichen Reaktion.
Seither gehört Selbstwirksamkeit zu den am besten belegten Konstrukten der Psychologie. Sie sagt Leistung, Ausdauer und Gesundheitsverhalten über Lebensbereiche hinweg voraus und ist trainierbar, weil ihre wichtigste Quelle die eigene Erfahrung ist.
Für Leistungsträger
Im Führungsalltag zeigt sich Selbstwirksamkeit meist als kleine Entscheidung: ob du ein schwieriges Gespräch heute führst oder auf nächste Woche schiebst. Wer viele Erfolge hinter sich hat, überschätzt gern die eigene Reichweite; wer gerade eine Niederlage verdaut, unterschätzt sie. Beides verzerrt.
Der nüchterne Weg: Erfolge als Erfahrung festhalten, nicht als Zufall abtun. Und Rückschläge auf das beziehen, was du beim nächsten Mal anders machst, nicht auf das, was du bist. Bandura nennt das die wichtigste Quelle überhaupt: die eigene, erinnerte Erfahrung.
Abgrenzung
vs. Selbstvertrauen
Selbstvertrauen ist allgemein und stabil. Selbstwirksamkeit bezieht sich auf eine Aufgabe und kann von Bereich zu Bereich stark schwanken.
vs. Kontrollüberzeugung
Kontrollüberzeugung fragt, ob Ergebnisse überhaupt von eigenem Handeln abhängen. Selbstwirksamkeit fragt, ob du das nötige Handeln hinbekommst.
vs. Realistischer Optimismus
Optimismus erwartet gute Ausgänge. Selbstwirksamkeit erwartet, selbst dazu beitragen zu können. Das eine kann ohne das andere bestehen.
Häufige Fragen
Kann man Selbstwirksamkeit trainieren?
Ja. Die stärkste Quelle sind eigene Erfolgserfahrungen. Wer Aufgaben in erreichbare Schritte zerlegt und jeden abgeschlossenen Schritt bewusst wahrnimmt, baut Selbstwirksamkeit systematisch auf. Entscheidend ist, dass der Erfolg bewusst wahrgenommen wird.
Woran erkenne ich niedrige Selbstwirksamkeit?
An Vermeidung. Aufgaben werden aufgeschoben, Herausforderungen umgangen, Rückschläge als Beleg für eigenes Unvermögen gedeutet. Bei hoher Selbstwirksamkeit wird ein Rückschlag eher als Hinweis auf zu wenig Anstrengung oder eine falsche Strategie gelesen.
Ist hohe Selbstwirksamkeit immer gut?
Nein. Überhöhte Selbstwirksamkeit führt zur Unterschätzung von Risiken und zu wenig Vorbereitung. Wirksam ist eine Einschätzung, die leicht über dem tatsächlichen Können liegt: hoch genug, um zu beginnen, realistisch genug, um zu lernen.
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