Burnout
Ein Zustand nach langer Überlastung im Beruf: erschöpft, innerlich auf Distanz, mit sinkender Wirksamkeit.
Burnout ist ein Zustand, der aus chronischem, nicht bewältigtem Stress am Arbeitsplatz entsteht. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt ihn in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen mit drei Merkmalen: Erschöpfung, wachsende innere Distanz zur Arbeit und nachlassende berufliche Leistungsfähigkeit. Burnout entwickelt sich über Monate und kündigt sich früh an.
Zuletzt aktualisiert: 20.09.2026 · Redaktionell verantwortet von der MindBright Redaktion
Ein Erschöpfungszustand, der sich aus anhaltender beruflicher Überlastung schrittweise aufbaut.
Keine eigenständige medizinische Diagnose und keine gewöhnliche Müdigkeit nach einer harten Woche.
Weil die frühen Signale leise sind und bei Leistungsträgern lange als Einsatz durchgehen.
Herkunft und Forschung
Der Psychologe Herbert Freudenberger beschrieb Burnout 1974 bei Helfern in sozialen Einrichtungen. Christina Maslach machte den Begriff messbar: Ihr Modell unterscheidet Erschöpfung, Zynismus als innere Distanz und das Gefühl sinkender Wirksamkeit. In ihrer Übersicht von 2016 zeigen Maslach und Michael Leiter, dass Burnout vor allem aus dem Verhältnis von Person und Arbeitsumfeld entsteht, etwa aus Arbeitslast, fehlender Kontrolle oder fehlender Anerkennung.
In der ICD-11 definiert die WHO Burnout als berufsbezogenes Phänomen und ordnet es ausdrücklich nicht als Krankheit ein. Wo genau die Grenze zur Depression verläuft, ist in der Forschung weiter umstritten.
Für Leistungsträger
Burnout kündigt sich an, lange bevor die Kraft fehlt. Typisch ist wachsende Distanz: Das Team nervt, und Erfolge fühlen sich nur noch abgehakt an. Leistungsträger übersehen diese Phase leicht, weil sie nach außen unauffällig bleibt.
Achte deshalb auf den inneren Abstand zur Arbeit, solange deine Ergebnisse noch stimmen. In dieser Phase hast du den größten Handlungsspielraum: Erholung, die so verbindlich ist wie ein Termin, und ein ehrlicher Blick auf Arbeitslast und Kontrolle. Halten Erschöpfung und Distanz über Wochen an, gehört das ärztlich abgeklärt.
Abgrenzung
vs. Mentale Ermüdung
Mentale Ermüdung folgt auf einen anstrengenden Tag und verschwindet mit Erholung. Burnout baut sich über Monate auf und hält auch nach freien Tagen an.
vs. Dauerdruck
Dauerdruck ist die Belastung. Burnout ist ein möglicher Zustand, in den sie führt, wenn Erholung über lange Zeit ausbleibt.
vs. Depression
Depression ist eine Erkrankung, die alle Lebensbereiche erfasst. Burnout bezieht sich auf die Arbeit. Die Abgrenzung im Einzelfall gehört in ärztliche Hände.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich Burnout?
An drei Signalen, die über Wochen anhalten: Erschöpfung, die sich an freien Tagen nicht auflöst, wachsende innere Distanz zur Arbeit und das Gefühl, trotz Einsatz weniger zu bewirken. Einzelne schlechte Wochen gehören zum Berufsleben. Entscheidend ist die Dauer.
Ist Burnout eine Krankheit?
Die WHO führt Burnout in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen und ordnet es ausdrücklich nicht als medizinische Erkrankung ein. Die Beschwerden können trotzdem ernst sein. Wer sie über längere Zeit bemerkt, lässt sie ärztlich abklären.
Wie beuge ich Burnout vor?
Indem du Erholung so verbindlich planst wie Termine und dauerhafte Belastungen wie ungeklärte Rollen oder endlose Konflikte beendest. Vorbeugung wirkt am besten, solange du noch Energie hast. Ein regelmäßiger Blick auf Arbeitslast und Kontrolle zeigt früh, wo es kippt.
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